Kontaktlinsen

Seit der Mensch aufrecht laufen kann, seit er intelligent und klar denken kann, macht er sich Gedanken über sich selbst. Natürlich gab es schon bei den frühen Menschen Fehlstellungen, Geburtsschäden und natürlich Probleme mit den Augen, Sehschwächen und die verschiedensten Augenkrankheiten, welche das Sehen erschwerten und mit der Zeit unmöglich machten. Auch schon die ersten Heiler und Schamanen beschäftigten sich mit der Heilung und Linderung solcher Beschwerden. Aus dem alten Ägypten weiß man von frühen Augenoperationen, welche die Krankheiten und Probleme heilten. Die ersten Brillen wurden schon sehr früh entwickelt. Sicher sahen sie nicht besonders gut aus und sorgten allerorts für Aufsehen und Staunen. Sie konnten aber schon, dank der Kunst der Glasverarbeitung, leichtere Korrekturen des Sehens erreichen.

Entstehungsgeschichte der Kontaktlinse

Wer nun denkt, die Kontaktlinse sei eine Erfindung, eine Überlegung der absoluten Moderne unserer Tage, der irrt gewaltig. Bereits im Jahre 1636 hat der Naturwissenschaftler Rene Descartes nachweislich die Idee gehabt, die Glaslinse, welche man von der Brille kannte, zu verkleinern und direkt auf dem Auge zu tragen, um so die Fehlfunktion des kranken oder geschädigten Auges auf Dauer auszugleichen. Natürlich gab es zu dieser Zeit nicht die Möglichkeiten die Idee des Wissenschaftlers umzusetzen. Erst einige Jahrhunderte später, Ende des 19. Jahrhunderts gelang es dem Wissenschaftler Adolf Eugen Fick eine annähernd brauchbare Linse zu schaffen. Die Probleme, welche der Patient mit diesen ersten Kontaktlinsen, welche als Skleralschalen aus Glas betituliert wurden, waren erheblich. Wenn man sich nur einmal vorstellt eine feste Glasscheibe mit einem Durchmesser von 23mm in das Auge gesetzt zu bekommen, wird dem modernen Menschen schon mulmig. Bedenkt man nun die Tatsache, dass diese Glasschale absolut luftundurchlässig war, kann man sich leicht vorstellen wie sehr sie sich an das Auge ansaugen konnte und sich so die Herausnahmen sehr unangenehm gestaltet. Zum Glück wurde einige Jahre später ein guter und geeigneter Kunststoff entwickelt, welcher luftdurchlässig war und bis heute genutzt wird.

Die Kontaktlinse allgemein

Heutige Kontaktlinsen haben in der Regel eine Größe von 8 bis 10mm, sind also deutlich kleiner als die ersten Linsen. Das wichtigste für Kontaktlinsen überhaupt, ist die Durchlässigkeit. Im Laufe der Jahre wurde inzwischen ein Material entwickelt, welches nicht nur Gas, also Sauerstoff hindurch lässt, sondern auch die vom Auge dringend benötigten Nährstoffe, welche sich beispielsweise in der Tränenflüssigkeit befinden. So trägt das Auge in aller Regel keine weiteren Schäden davon, wird eine Kontaktlinse verwendet. Natürlich kann eine solche Linse auch nicht immer und ewig im Auge bleiben, wie es sich Herr Descartes wünschte. Sein Traum hat sich mit den operativen Eingriffen und beispielsweise der Verpflanzung von Hornhaut und Linsen verwirklicht. Kontaktlinsen aus Glas müssen gepflegt und gereinigt werden. Inzwischen ist die Tages- Wochen- oder Monatslinse in Mode gekommen. Diese werden nach Verwendung einfach entsorgt und neue Linsen eingesetzt.

Verwendung von Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sollten nie eigenständig, ohne vorherige Untersuchung durch einen Augenarzt verwendet und eingesetzt werden. Schnell kann es bei falschen Linsen zu erheblichen Schäden kommen, die im schlimmsten Fall auch nicht mehr zu korrigieren sind. Hier bergen die so genannten Kosmetischen Kontaktlinsen diverse Gefahren. Gerade in der Gothikszene und im Karneval werden Kontaktlinsen angeboten, die das Auge eines Tieres imitieren, oder die einen auffällige Farbgebung haben. Auch diese Linsen sollten erst nach einer eingehenden Augenuntersuchung eingesetzt werden.